Samstag, 26. Mai 2007

Dopingsünden

Moin,

entwickelt sich ja so langsam zu einem Radsport- (Naja, ein Sport ist es vielleicht gar nicht mehr) Blog hier.

Spiegel.de schreibt gerade (sinngemäß), dass man am besten alle Dopingsünder aus dem Radsport entfernen muss, weil sie angeblich keinerlei Reue zeigen würden. Genau, dazu entfernen wir einfach alle Journalisten aus ihrem Job, die irgendwann einmal nicht richtig recherchiert haben oder bewusst in einem Artikel gelogen haben, um die Auflage zu steigern (hmmmm, die Idee ist gar nicht so schlecht, wenn ich mir das durch den Kopf gehen lasse). Außerdem bekommen alle Manager Berufsverbot, die mal korrupt waren und nicht zuletzt schaffen wir einfach alle Politiker ab, die ihre blumigen Wahlversprechen nicht gehalten haben.
Ich meine, dass wir diese Leute, die jetzt ihr Doping gestehen (ob mit Reue oder ohne) auch weiterhin im Radsport brauchen, um tatsächlich langfristig etwas gegen das Doping zu tun. Weil diese Leute die Mechanismen des Sportes kennen.
Sind wir doch mal ehrlich: Wenn über den aktuellen Skandal etwas Gras gewachsen ist, dann werden wir (vor allem wenn sich wieder ein bis zwei deutsche Radprofis hervortun) wieder mit Begesiterung den Sport verfolgen.
Nach dem Schiedsrichterskandal in der Bundesliga hat auch keiner ernsthaft daran gedacht, sich kein Fußballspiel mehr anzuschauen. Leichtathletikbewerbe werden auch gerne genommen, obwohl im Prinzip jeder weiss, dass dort ebenfalls kräftig in die medizinische Trickkiste gegriffen wird.
Letztlich sehe ich es so: Doping ist Mist und Betrug an den anderen Sportlern, die es tatsächlich sauber versuchen. Aber: Ob ein Sportler seine Gesundheit gefährden möchte, ist IMHO seine eigene Sache (und sein eigenes Problem, wenn es schiefgeht).

Gruß

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